Gemeindeleben

Die Seelsorge in unserer Gemeinde orientiert sich an der „Pfarrerneuerung in der Diözese Speyer“: Kirche als „Gemeinschaft der Gemeinschaften“. Dieser Weg wurde erarbeitet durch Pater Lombardi, SJ. und seine „Bewegung für eine bessere Welt“.

Unser Ziel ist es, mit allen Mitgliedern unserer Gemeinde Gemeinschaft zu leben, indem wir „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“ erkennen, ernst nehmen und teilen. So wird Pastoral (alle Programme und Aktivitäten unserer Gemeinde) zu gelebter Spiritualität.

Wir sind als Gemeinde offen für die Fragen der Menschen und bereit Verantwortung zu übernehmen.

Christsein für die Welt
Pfarrerneuerung in der Diözese Speyer

Pater Lombardi SJ erkannte schon sehr früh, dass die Erneuerung der Kirche im Sinne des Vat. II nicht außerhalb oder neben den Gemeinden geschehen kann. Die Erneuerung unserer Kirche ist eine Erneuerung der Gemeinden. Denn das Geheimnis der ‚communio‘ muss sichtbar werden, d.h. es muss in den Gemeinden gelebt werden. Ausgehend von den beiden Konzilsdokumenten (LG und GS) entwarf er in seiner ‚Bewegung für eine bessere Welt‘ das ‚Idealbild‘ der Pfarrei als ‚Gemeinschaft der Gemeinschaften‘.

Diese Gedanken wurden durch Weihbischof Ernst Gutting in unsere Diözese getragen. Im Januar 1981 lud er Vertreter aller Pfarrgemeinden zu einer Informationsveranstaltung ein zusammen mit den Verantwortlichen der ‚Bewegung für eine bessere Welt‘. Nach intensiver Information und Motivation beschlossen daraufhin einige Pfarrgemeinden, diesen Weg der Pastoral zu gehen.

Pfarrerneuerung ist ein Bekehrungsprozess jedes einzelnen auf das gemeinsame Ziel hin: die eigene Berufung des missionarischen Christseins zu erkennen und für die Menschen in den Dienst zu stellen.

Verantwortlich für diesen Prozess sind die Seelsorger und der Pfarrgemeinderat, als gewählte Vertreter der Gemeinde. Notwendige Hilfen dazu sind:

  • Am Anfang steht die Analyse der Pfarrgemeinde und ihres Umfeldes, um die ‚Zeichen der Zeit‘ zu erkennen und geeignete Schritte in die Zukunft gehen zu können.
  • In einer jährlichen Planung werden diese in einem Jahresziel und Monatsschwerpunkten für die ganze Gemeinde und ihre Gruppierungen konkretisiert.
  • Durch den Gemeindebrief zu jedem Monatsschwerpunkt werden alle Gemeindemitglieder informiert.
  • Ein Botennetz überzieht die gesamte Gemeinde. Der Pfarrbrief wird von einem Boten, einer Botin persönlich überbracht. Dieser Kontakt signalisiert jedem Gemeindemitglied, dass er oder sie zur Gemeinde gehört und für Gott wichtig ist.
  • Jahresziele und Monatschwerpunkte werden in einer jährlichen Revision aufgrund der gemachten Erfahrungen überprüft und fortgeschrieben.

Seit fast 20 Jahren existiert ein Diözesanteam, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die teilnehmenden Gemeinden zu begleiten und neue Pfarrgemeinden für diesen Weg zu motivieren.

Einmal jährlich treffen sich alle Pfarrgemeinden, die auf diesem Weg sind, zum Plenum (Vollversammlung). In regionalen Treffen tauschen sie ihre Erfahrungen regelmäßig (ca. 2-3mal im Jahr) aus.

Im Jahr 2002 wurde der Name in ‚Christsein für die Welt – Pfarrerneuerung‘ geändert, damit unsere Verantwortung für die Welt zum Ausdruck kommt.

Was hat sich verändert?

  • Das Bewusstsein, das Klima und die Atmosphäre, die Kommunikation, die Transparenz, der Blick für Menschen, die sich nicht zur Kerngemeinde zählen, eine größere Sensibilität für das Leben der Mitmenschen in ihrer jeweiligen Situation. Daraus entstanden u. a. Aktivitäten wie Trauerbesuche, Hospizgruppen, ‚Tafel für Obdachlose‘, Kontakte zu anderen Konfessionen und Religionen
  • Eine deutliche Zunahme der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Gemeindebereichsverantwortliche, Boten, Koordinationsteam, Redaktionsteam …)
  • Zielgerichtete und damit effektivere Arbeit in den Gremien, Gruppen und Verbänden
  • bewusstes Wahrnehmen der ‚Krankheiten der Welt‘, Bewusstsein von weltkirchlichen Zusammenhängen, Eine-Welt-Aktivitäten und -Partnerschaften

In all den Jahren hat sich erwiesen, dass ‚Christsein für die Welt -Pfarrerneuerung‘ die Gemeinden und ihre Verantwortlichen motiviert, dem Auftrag Jesu zu entsprechen und sich für Gott und die Menschen einzusetzen.

Quelle: www.bistum-speyer.de, 21.03.2010