Ordensschwestern

100 Jahre Dillinger Franziskanerinnen in Enkenbach

Im Jahre 1908 waren sich H. H. Pfr. Klein und der Ortsbürgermeister Peter Schramm einig, dass sowohl die Kirchengemeinde als auch das Dorf Hilfe durch Ordensschwestern nötig hatten. Diese wurden gebraucht, um die große Kinderschar zu beaufsichtigen, wenn die Mütter auf dem Feld oder in den neu gegründeten Fabriken zur Arbeit gingen. Krankenschwestern sollten den einzigen Arzt im Ort und in den umliegenden Dörfern bei der Versorgung der Kranken unterstützen. Auch eine Nähschule musste eingerichtet werden.

Am 1. Juli 1908 gründetet man den Elisabethenverein und schloss kurz danach einen Vertrag mit der Generaloberin der Dillinger Franziskanerinnen Frau Innocentia Mußack zur Gründung einer Niederlassung in Enkenbach. Im September 1908 wurden 5 Ordensschwestern nach Enkenbach entsandt: eine „Arbeitslehrerin“, eine „Kinderlehrerin“, zwei Krankenschwestern und eine Haushaltsschwester. In all den Jahren war der Konvent besetzt mit 5/7/6 und heute noch mit 3 Schwestern. Sie waren in der Volksschule, später Grundschule tätig, bauten einen 4 zügigen Kindergarten auf (später auch Kindertagesstätte), leiteten eine ambulante Kranken-pflegestation, unterhielten eine Arbeits- und Nähschule und im kirchlichen Bereich übernahmen sie den Dienst in der Sakristei und die Pflege der Klosterkirche.

Dieser Einsatz und Dienst an den Menschen in den vergangenen 100 Jahren war Anlass zum Feiern am Samstag, den 27. September 2008. Eine große Besucherschar aus dem Orden, die jetzige Provinzoberin Sr. Rita, zwei ehemalige Provinzoberinnen, Sr Jutta und Sr, Bonita, die Provinzrätin Sr. Carissa, sowie ehemalige Konventsmitglieder und Schwestern aus dem Nachbarkonvent in Kaiserslautern, reisten an, um mit ihren Mitschwestern dieses Jubiläum zu feiern. In einem Festgottesdienst dankte H. H. Pfr. Keuser den Schwestern für ihre unermüdliche Hinwendung zu den Menschen in unserer Gemeinde. Alle kirchlichen Gruppierungen gestalteten den Festgottesdienst: Bannerträger der KjG, KFD, KAB, eine große Schar von Messdiener/Innen, die Kath. Vereinskapelle, der Kirchenchor und die kath. Kindertagesstätte. Auch von der prot. und menonnitischen Kirchengemeinde feierten viele Mitchristen den Festgottesdienst mit.

Beim anschließenden Empfang im Heinrich-Brauns-Haus konnte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, H. Michael Martin, viele Gäste begrüßen. In seiner Dankesrede ging er auf die vielfältigen Ereignisse im Schwesternkonvent ein, ihre sozialen Dienste an den Menschen sowie die religiöse Prägung, die Generationen durch sie erfahren durften. H. Pfr. Keuser und H. Martin überreichten im Namen der Pfarrgemeinde Enkenbach eine Urkunde und ein Geschenk. Die Kuratie Alsenborn, vertreten durch den Vorsitzenden des VR und des PGR, H. Michael Sprengart, gratulierte den Schwestern mit launigen Worten. Der VR und PGR-Vorsitzende der Kuratie Mehlingen, leider erkrankt, gratulierte den Schwestern im Nachhinein. Auch die politische Gemeinde, vertreten durch Herr Bürgermeister Jürgen Wenzel, sowie Frau Hartl von der prot. und Herr Pastor Funck von der men. Kirchengemeinde zollten den Schwestern Dank und Anerkennung.

Die derzeitige Provinzoberin Sr. Rita verlas den Text des alten Vertrages von 1908, zwischen dem Elisabethenverein Enkenbach und dem Mutterhaus Dillingen. Sie dankte für alle Ehrungen und appellierte an die Jugend, den Ruf zum Ordensleben nicht zu überhören. Die Oberin des Enkenbacher Konvents, Sr. Edelheid, dankte für die übergroße Freude, die alle Gratulanten sowie die Bürger/Innen ihnen bei dieser Feier bereitet haben. Sie wünschte sich, dass diese Freude zu allen zurückkehrt und den gemeinsamen Lebensweg weiterhin erhellt. Zum Abschluss betonte sie, dass ihre beiden Mitschwestern, Sr. M. Humberta, Sr. M. Monika bereits seit 50 Jahren in Enkenbach leben, das ihnen längst zur Heimat geworden ist. Auch sie selbst versichert, dass es ihr in der Gemeinschaft und in der Gemeinde wirklich gut geht.

Auflösung des Konvents

Sr. Monika, Sr. Edelheit und Sr. Roderika wurden am 04. Juli 2010 von der Pfarrgemeinde mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche, einem Empfang im Heinrich-Brauns-Haus und einem Essen in kleinem Kreis im evangelischen Gemeindehaus aus Enkenbach verabschiedet. Mit dabei war auch Sr. Humberta, die vor einem Jahr ins Schwesternaltenheim umgezogen ist.

Verabschiedung der Dillinger Franziskanerinnen Enkenbach 2010

1908 hat der damalige Bürgermeister Peter Schramm gemeinsam mit dem Ortspfarrer Philipp Klein bei den Dillinger Franziskanerinnen den Antrag für eine Niederlassung in Enkenbach gestellt. Seit dieser Zeit, 102 Jahre lang waren Dillinger Franziskanerinnen in der Ortsgemeinde Enkenbach, in der Pfarrgemeinde St. Norbert und in der Verbandsgemeinde tätig. Sie übernahmen die Betreuung der Kinder, waren in der Krankenpflege tätig, leiteten Frauen und Mädchen im Nähen, Flicken, Stopfen und Handarbeiten an. Sie unterrichteten in der Volksschule, später in der Grundschule und waren „so ganz nebenbei“ in der Kirchengemeinde unverzichtbare Helfer, Organisatoren in allen kirchlichen Belangen und Ansprechpartner für die Mitbürger und Mitbürgerinnen aller Konfessionen. So haben sie mit ihrem Einsatz das soziale Leben in unserer Gemeinde über diese 102 Jahre wesentlich mitgeprägt.

Am 4. Juli 2010 sind wir alle in der bedauerlichen Situation, dass sowohl der Orts- und Verbandsbürgermeister Jürgen Wenzel, wie auch Pater Dr. Robert Maszkowski und der ehemalige Ortspfarrer Carl Josef Keuser die Auflösung des Konvents miterleben müssen.